Gebrauchte Software oder neue Software – was ist besser?

| 31. August 2021 | 0 Kommentare

Der Kauf von neuer Software kann schnell relativ hohe Kosten verursachen. Daher wird es auch in Unternehmen immer beliebter, gebrauchte Software zu kaufen. Was man unter gebrauchter Software versteht, was man dabei beachten muss und welche Vorteile sie bietet, erklärt nachfolgender Artikel.

 

Was ist gebrauchte Software?

Der Begriff der Gebrauchtsoftware wurde anfangs etwas kritisch beäugt, da es einen falschen Eindruck vermittelt hat. Viele Menschen empfinden den Begriff „gebraucht“ als abwertend und weniger gut als „neu“. Allerdings hat gebrauchte Software nichts damit zu tun, dass es sich um ein abgenutztes Produkt handelt. Im Inhalt und in der Funktion unterscheidet sie sich nicht von neuer Software.

Der einzige Unterschied ist, dass es einen Vorerwerber (auch Ersterwerber genannt) gibt. Das bedeutet, dass jemand die Software neu gekauft hat und nun an einen Dritten verkauft. Darin liegt im Übrigen auch der Grund dafür, dass gebrauchte Software wesentlich weniger kostet als neue.

Zusammengefasst lässt sich daher sagen, dass es sich bei gebrauchter Software um die Lizenzen handelt, die übrig bleiben, wenn Unternehmen Arbeitsplätze abbauen, Umstrukturierungen vornehmen oder vielleicht sogar pleite gehen.

Bild: Immer mehr Unternehmen nutzen Gebrauchtsoftware, anstatt neue Software zu kaufen. Bildquelle: stux via pixabay.com

 

Vorteile von gebrauchter Software

Ein Vorteil von gebrauchter Software wurde bereits angesprochen: Sie ist um einiges günstiger als neue Software. Unternehmen, Behörden, aber auch Privatleute können daher durch den Erwerb von gebrauchter Software Kosten einsparen. Daher ist es auch unerheblich, ob man als kleine Firma oder großer Konzern gebrauchte Software kaufen möchte.

Beliebt sind Standardsoftware wie Microsoft Windows, Microsoft Office oder auch Windows 10. Auch diese sind – obwohl stets eine rege Nachfrage besteht – als gebrauchte Version zwischen 20 und 50 % günstiger, als wenn man sie neu kauft.

Wer noch günstiger davonkommen möchte, kann sich auch für eine Vorgängerversion entscheiden. Muss es nicht das neueste Produkt auf dem Markt sein, so ist dies auch eine Option. Meist sind die Unterschiede zwischen den neuen Versionen gar nicht so gravierend. Im Gegenteil: Die meisten Nutzer schöpfen den Funktionsumfang gar nicht aus. Daher tut es zum Beispiel auch einmal eine Version von 2019 anstatt die aktuelle.

Manche Unternehmen kaufen auch gezielt veraltete Software, nicht um etwa Kosten zu sparen, sondern weil es ansonsten zu Kompatibilitätsproblemen kommt. Ältere Systeme arbeiten häufig nur mit älteren Versionen von Software. Beim Kauf einer neuen Software würden bestimmte Funktionen oder das gesamte Produkt nicht funktionieren. Daher besteht eine hohe Nachfrage an gebrauchter Software.

Das schafft auch für die andere Seite profitable Möglichkeiten: Hat man als Unternehmen ungenutzte Lizenzen frei, die man selbst nicht benötigt, kann man diese einfach und unkompliziert online an Dritte weiterverkaufen und macht somit sogar ein wenig Gewinn.

 

Was muss man bei gebrauchter Software beachten?

 

Viele, die sich mit dem Thema gebrauchter Software auseinandersetzen, stellen zunächst die Frage: Ist das überhaupt legal? Auf diese Frage kann man mit einem klaren Ja antworten. Am 3. Juli 2012 wurde ein für alle Mal die Entscheidung getroffen, dass gebrauchte Software weiterverkauft werden darf. Die Regelung wurde vom Europäischen Gerichtshof deshalb aufgestellt, da es Streitigkeiten und Diskussionen diesbezüglich gab.

Voraussetzung ist, dass der Verkäufer ein sogenanntes unbefristetes Nutzungsrecht hat. Das hat damit zu tun, ob die Software auf einem Datenträger oder via Download erworben wurde.

Als Grundlage dient der Erschöpfungsgrundsatz, welcher festlegt, dass ein Hersteller von Software nur ein einmaliges Verbreitungsrecht für seine Produkte hat. Das bedeutet, dass sein Recht bei einem Verkauf seiner Software und der damit einhergehenden Bezahlung erschöpft ist. Auch durch Lizenzvereinbarungen darf der Hersteller einem Käufer nicht verbieten, die Software irgendwann als Gebrauchtsoftware an Dritte weiterzugeben.

Auch der Verkauf von einzelnen Lizenzen, die man selbst nicht benötigt, ist rechtens. Man spricht von dem Aufspalten von Volumenlizenzen: Man selbst behält sich die Lizenzen, die man selbst benötigt und nutzen möchte, die restlichen wandern auf den Markt.

Wie sieht es mit Wartungsarbeiten, Reparaturen und Updates aus? Tatsächlich haben Käufer lediglich das Recht auf Aktualisierung und Reparatur durch den Hersteller. Wartungsverträge sind vom Erstnutzer auf eine dritte Partei nicht übertragbar.

 

Fazit

 

Gebrauchtsoftware bietet viele Vorteile, indem sie Unternehmen helfen, Geld zu sparen und eine Möglichkeit bieten, ungenutzte Software kostenpflichtig an Dritte weiterzugeben. Der Kauf und Verkauf von gebrauchter Software ist legal und durch den Europäischen Gerichtshof geregelt. Daher stoßen Personen, die ein unbefristetes Nutzungsrecht an einer Software haben, nicht auf rechtliche Schwierigkeiten.

Kategorie: Allgemein

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