Anleitung: Windows 10 Autostart Programme abschalten, ändern und PC schneller starten

| 1. September 2021 | 0 Kommentare

Ihr PC mit Windows 10 oder 11 startet langsam? Der PC lahmt? Dann wird’s Zeit, dass Sie Autostart-Programme entfernen oder deaktivieren. Der Autostart von Windows 10 bestimmt, welche Programme beim Start des PCs gestartet werden. Ab und zu ist eine Entrümpelung fällig, um den PC schneller starten zu lassen  – wie das geht, verrät Windows-Tweaks!

Der Autostart-Ordner von Windows 10 ist Fluch und Segen gleichzeitig: Er sorgt dafür, dass bestimmte Programme beim Start von Windows automatisch starten. Das kann beispielsweise bei Spotify, Steam oder Hintergrundprogramme wie Slack sinnvoll sein, in anderen Fällen nisten sich aber Programme in den Autostart, die Sie auch jederzeit von Hand starten können. Denn: Jedes Programm sorgt im Hintergrund für Systemlast. Der PC startet langsamer, die Akkuleistung sinkt und die Arbeitsgeschwindigkeit leidet. Jetzt räumen Sie auf!

Warum startet mein PC so langsam?

Die Hauptursache eines langsamen Startvorgangs sind Autostartprogramme. Das sind kleine ausführbare Dateien, die Windows 10 dann läd, wenn Sie sich bei Ihrem PC angemeldet haben. Einige davon sind sichtbar im Bereich neben der Uhr zu sehen, wie etwa hier:

Andere hingegen arbeiten still und heimlich im Hintergrund. Meiner Erfahrung nach benötigt man aller höchstens die Hälfte der Autostart-Programme.

Wie mache ich meinen PC schneller?

Den Startvorgang des PCs zu optimieren sorgt auch für eine Beschleunigung der Arbeitsgeschwindigkeit. Denn jedes Programm, dass automatisch gestartet wird sorgt auch für eine Belastung im Alltag. Schließlich istder PC ständig mit Hintergrundaufgaben beschäftigt. Deshalb ist es sinnvoll, so viele Programme wie nur möglich aus dem Autostart zu entfernen.

Wo ist der Autostart Ordner in Windows 10? So schalten Sie Autostart-Programme ab!

Es gibt in Windows 10 zwei Wege, um den Autostart zu bearbeiten, Programme davon zu entfernen oder zu deaktivieren. Wir zeigen dir beide Wege:

Autostart im Task-Manager finden und bearbeiten
  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Startleiste von Windows.
  2. Wählen Sie nun Task-Manager aus. Im nächsten Fenster wechseln Sie in den Reiter Autostart.
  3. Gehen Sie jetzt die Liste der Programme durch. Wenn Sie eines davon nicht unbedingt benötigen oder auch von Hand starten können, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Deaktivieren:
  4. Werfen Sie auch unbedingt einen Blick auf den Reiter Startauswirkung. Hier erfahren Sie, ob und wie viel Auswirkung das jeweilige Programm auf den Startvorgang des PCs hat. Achten Sie besonders auf Programme, die mit „Hoch“ bewertet wurden. Leider ist Windows 10 hier nicht immer zuverlässig, da Einträge mit „Keiner“ auch Ihren PC verlangsamen können.  Starten Sie jetzt den Computer neu und genießen Sie einen flotteren Startvorgang.
Autostart in der Windows 10 Einstellungen-App (neue Systemsteuerung) finden bearbeiten

Seit Windows 10 gibt es die neue „Einstellungen“-App, mit der Sie Autostart-Programme abschalten können. Wir verraten Ihnen, wie Sie vorgehen, um den PC zu beschleunigen:

  1. Klicken Sie auf das Windows 10 Startmenü und dann auf Einstellungen:
  2. Klicken Sie jetzt nacheinander auf Apps und dann auf Autostart:
  3. Nun wird’s spannend: Um den PC zu beschleunigen und Autostartprogramme abzuschalten, gehen Sie Schritt für Schritt durch die Liste und legen den Schalter rechts des Eintrags on.
  4. Auch hier gilt: Schalten Sie nur Programme ab, von denen Sie wirklich wissen was Sie tun. In vielen Fällen hilft auch eine schnelle Google Suche. Generell gilt die Regel: Sie können nichts falsch machen. Wenn Sie ein Autostart-Programm abschalten, können Sie es im Problemfall schnell wieder aktivieren. Siehe auch das nächste Kapitel!

Ist das Abschalten von Autostart-Programmen gefährlich?

Nein. In den meisten Fällen können Sie sehr wichtige Autostart-Programme, etwa die von Sicherheitslösungen oder Antivirenprodukten, gar nicht ohne Weiteres abschalten. Wenn im seltenen Falle das Abschalten eines Programms Probleme verursacht, können Sie wie in der Anleitung oben beschrieben schnell wieder einschalten.
Das Deaktivieren dieser Autostart-Einträge kann schlimmstenfalls dafür sorgen, dass eine Komfortfunktion fehlt. Beispiel: TeamViewer. Wenn Sie das Fernzugriff-Programm vom Autostart entfernen, können andere PCs nur dann auf Ihren PC zugreifen, wenn Sie es wieder von Hand gestartet haben. Auch Lautstärke- oder Bildschirmhelligkeitswerkzeuge mancher Hersteller sind unter Umständen nicht mehr zugänglich. Mein Tipp: Entfernen Sie ein Programm und sehen Sie, ob Sie eine wichtige Funktionalität vermissen. Sie können Ihren PC dadurch nicht kaputt machen.

Welche Autostart-Programme kann ich in Windows 10 sicher deaktivieren?

Es gibt einige Autostartprogramme, die Sie garantiert und sicher deaktivieren können. Dazu zählen:

  • Adobe Updater Startup Utility: Teil von Adobe Reader, der für Updates verantwortlich ist. Wenn Sie Adobe Reader von Hand starten, können Sie die Updates auch jederzeit selbst durchführen.
  • Microsoft OneDrive: Ein Synchronisationsprogramm von Microsoft. Wenn Sie OneDrive nie nutzen, können Sie es im Handumdrehen abschalten.
  • Cortana: Der Sprachassistent Cortana wird in künftigen Versionen von Windows kaum noch verwendet, weshalb Sie ihn auch direkt deaktivieren können.
  • LogiOptions.exe und Logitech Download Assistant: Hilft beim Konfigurieren Ihrer Logitech Maus oder Tastatur. Das Programm muss nicht ständig im Hintergrund aktiv sein, es sei denn Sie nutzen Funktionen wie Flow, mit dem Sie zwischen verschiedenen Einträgen wechseln.
  • Microsoft Teams / Zoom: Die bekannten Meeting- und Videokonferenzprogramme werden auch automatisch im Hintergrund geladen und sind dann schnell für sie parat. Sie können die Programme aber wirklich jederzeit vom Startmenü aus starten. Daher können Sie die getrost deaktivieren.
  • Spotify: Bekanntes Programm zum Streamen von Musik, Podcasts und Musikvideos. Wenn Sie den Autostart-Eintrag von Spotify deaktivieren, dauert der Startvorgang von Spotify möglicherweise etwas länger.
  • TeamViewer: Wenn Sie den Autostart-Eintrag von TeamViewer abschalten, läuft das Programm zur Fernwartung nicht mehr automatisch im Hintergrund. Das ist nur dann tragisch, wenn andere Personen häufig auf Ihren PC zugreifen. Ist der Starteintrag deaktiviert, müssen Sie TeamViewer von Hand starten bevor andere Personen Zugriff auf Ihren PC bekommen.
  • Intel Management Engine / Components: Dieses Tool hilft bei der Verifizierung der Sicherheit von Intel Prozessoren. Es ist nicht wirklich notwendig zum Betrieb der Sicherheitsfunktionen Ihres PCs.
  • UpdateLibrary: Dabei handelt es um eine veraltete Windows Media Player Netzwerkstreaming-Funktion. Sofern Sie nicht mehr via Media Player Ihre Musik an Netzwerkgeräte streamen ist sie nicht mehr notwendig.
  • Apple Mobile Device Support: Sorgt für die Verbindung zwischen iPod, iPhone und iPad mit Apple iTunes. Wenn Sie noch iTunes zur Synchronisierung Ihrer iOS-Geräte nutzen, sollten Sie dies nicht abschalten.
  • NVIDIA GeForce Experience and NVIDIA Crash and telemetry reporter: Die GeForce Experience kann per Taste während eines Spiels ausgewählt werden und erlaubt etwa die Aufnahme und das Streamen von Ihrem Spiel oder das Einblenden von Spieledaten (z.B. FPS). Wenn Sie die GeForce Experience nie benutzt haben, können Sie diesen Autostart-Eintrag deaktivieren.Was Sie hingegen definitiv nicht benötigen ist der NVIDIA Crash und telemetry reporter: Der schickt nur Absturzberichte an NVIDIA und kann sogar die Leistung beeinträchtigen. Weg damit!
  • Realtek Audio Driver und Realtek High Definition Audio Driver: Dabei handelt es sich um eine kleine App, mit der Sie verschiedene Tonfunktionen Ihres Soundchips steuern können. Keine Sorge, wenn Sie diesen Autostart-Eintrag von Realtek Audio Driver abschalten, wird die Tonausgabe weiterhin funktionieren.
  • Intel PROSet/Wireless Software: Ein kleines Programm, mit dem Sie WLAN-Netzwerkprofile verwalten können. Weiterhin finden Sie hier auch noch viele Experteneinstellungen rund um Ihren WLAN-Empfänger im Notebook oder Desktop-PC. Meist ist die Software nur für Profis zu empfehlen, weshalb Sie sie aus dem Autostart entfernen (und jederzeit von Hand) starten können.
  • Thunderbolt Software: Diese Software ist bei vielen Laptops vorinstalliert und sorgt dafür, dass Dockingstationen über den neuen Thunderbolt-Anschluss (USB 3.x) gut funktionieren.
  • Mozilla Maintenance Service: Die automatische Updatefunktion von Mozilla Firefox. Sie können diesen Autostarteintrag deaktivieren, da Mozilla sich auch dann aktualisiert, wenn der Browser gestartet wird.
  • Bonjour: Der Musikfreigabedienst von Apple iTunes. Damit können Sie etwa von Ihrem Windows-PC auf einen Apple TV streamen. Brauchen Sie diese Funktion? Dann fassen Sie sie nicht an. Ansonsten können Sie den Eintrag auch gleich abschalten.
  • Intel Rapid Storage Technology: Mit dieser Hintergrund-App können Sie RAID-Systeme (den Verbund mehrere Festplatten) verwalten. Wenn Ihr PC nicht mit RAID konfiguriert ist, brauchen Sie diese Software nicht und können den Autostart-Eintrag sofort abschalten.
  • Synaptics Pointing Device Driver: Mit dieser Software passen Sie das Touchpad bzw. Trackpads an, etwa die Empfindlichkeit oder auch Gestiken. Sollten Sie diese niemals benötigen, können Sie den Autostart-Eintrag getrost deaktivieren.
  • HP Support Assistent und HP Update: Dabei handelt es sich um ein Hilfe-Dashboard für HP Laptops und Desktops. Es hilft bei Treiberupdates und Systemoptimierungen. Wenn Sie diese Funktionen nicht ständig im Hintergrund benötigen und auch jederzeit von Hand starten können, schalten Sie den Eintrag ab.

Windows 10: Autostart Programme vollständig entfernen

Sie möchten gar Einträge aus dem Autostart vollständig entfernen? Dann müssen Sie allerdings wissen, was Sie tun – denn die Änderungen können Sie so schnell nicht mehr rückgängig machen (außer ein Programm neu zu installieren). Wenn Sie die Autostart-Einträge komplett löschen möchten, befolgen Sie folgende Schritte:

  1. Drücken Sie auf Ihrer Tastatur auf die WINDOWS-Taste und dann auf den Buchstaben R. Geben Sie ins nächste Feld regedit ein.
  2. Öffnen Sie nun nacheinander folgende Einträge:HKEY_CURRENT_USERSoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionRunHKEY_CURRENT_USERSoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionRunOnceHKEY_CURRENT_USERSoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionExplorerStartupApprovedRun

    HKEY_CURRENT_USERSoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionExplorerStartupApprovedRun32

    HKEY_CURRENT_USERSoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionExplorerStartupApprovedStartupFolder

  3.  Um einen Eintrag zu entfernen, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Löschen. Sie können sicherheitshalber noch eine Sicherung anlegen, indem Sie oben links auf Datei und Exportieren klicken.

Fazit: Flotter Start und mehr Leistung

Dank unserer Tipps und Ratschläge sollte der PC Startvorgang jetzt wieder flott laufen – weiterhin wird die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit steigen!

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Kategorie: Allgemein, Windows 10

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