Risiko für Aussteller – Diebstahl von PCs und Tablets auf Messen

| 27. Juli 2021 | 0 Kommentare

Messen sollen Publikumsmagneten sein. Und tatsächlich ziehen sie immer wieder viele Interessierte an, mitunter jedoch auch Menschen, deren Interesse sich auf die Vorführungsgeräte oder Messetechnik bezieht. Wie kann einem Diebstahl vorgebeugt werden und was ist zu tun, wenn mit der Hardware auch Daten verschwunden sind?

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Das Geschrei ist in der Tat groß, wenn am Messestand ein Laptop, Tablet oder anderes fehlt. Natürlich muss der Aussteller ein gewisses Maß an Sicherheit bieten, doch wie bei den Garderoben in der Lieblingskneipe gilt, dass bei Verlust unbeobachteter Wertgegenstände keine Haftung übernommen wird.

Sicherheit am Stand

Von Veranstalterseite aus, wird es Sicherheitspersonal geben, das mindestens den Sachkundenachweis nach §34a der Gewerbeordnung vorweisen kann. In der Regel durchlaufen die Sicherheitskräfte die Messe mehrmals nach einem festgelegten Plan.

Veranstalter bieten eine individuelle Messestandausstattung an. Hier zu sparen, kann sich als fataler Fehler erweisen. Zu den angebotenen Sicherheitsvorkehrungen, die zum Stand gebucht werden können, gehören u.a. verschließbare Schränke, in denen Endgeräte liegen können. Die Abwicklung von Vorführungen kann inzwischen gut automatisiert oder notfalls via Fernbedienung gesteuert werden. Auch Alarmanlagen, wie man sie aus den Elektrofachmärkten kennt, können am Messestand installiert werden. Beides schreckt potentielle Diebe auf jeden Fall ab und ein Mensch, der einen ganzen Schrank fortträgt, fällt natürlich auch mehr auf.

Die Gestaltung der Ausstellungsfläche kann so konzipiert sein, dass verschiedene Elemente als Barrieren gelten, die nicht unauffällig zu überwinden sind. Wenn sich ein Besucher an Aufstellern zu schaffen macht, fällt dies auf.

Mit dem Zustrom von Geschäftspartnern oder Interessenten sind die Mitarbeiter am Messestand natürlich auch abgelenkt. Das nutzen Diebe gern aus. Unter den Standbetreuern sollte klar geregelt werden, wer welche Aufgaben übernimmt und vor allem, wie gesichert werden kann, dass die Geräte nicht unbeaufsichtigt bleiben.

Schutz vor Zugriff auf Daten

Jedes Gerät kann so konfiguriert werden, dass es Nutzerkonten mit unterschiedlichen Zugriffsrechten gibt. Auf Messen sollten Anmeldungen niemals mit dem Administratorenkonto erfolgen. Je mehr Kontoeinschränkungen möglich sind, desto sicherer sind die Daten.

Zudem sollten sämtliche Daten natürlich auch im Vorfeld gesichert sein und ohnehin nur Geräte bei öffentlichen Vorführungen zum Einsatz kommen, auf denen sich nur die allernötigsten Daten befinden. Dazu zählen im Grunde nur ein Betriebssystem, Treiber für Ein- und Ausgabegeräte und die Programme, die zur Wiedergabe von Präsentationen nötig sind. Die Präsentation selbst sollte auf der Festplatte, einem externen Speicher (USB Stick) oder frei verfügbar im Internet abzurufen sein. Der LogIn in Clouds stellt bei Diebstahl ein Tor zum Datenklau dar. Gleiches gilt bei WLAN Nutzung, wenn das offene WLAN des Veranstalters genutzt wird.

Folgen des Diebstahls

Multimedia ist für Unternehmen inzwischen ebenso wichtig wie für die Unterhaltungsbranche. Daher sind die Folgen eines Diebstahls auf einer wichtigen Messe natürlich enorm. Eine Präsentation in Bild, Ton und Video ist wesentlich einprägsamer und die Ausstrahlung über einen Beamer vermittelt wichtige Informationen zeitgleich an viele Interessenten. Die Erreichbarkeit wird deutlich verringert, wenn Standbetreuer nur einzelnen jeweils die Vorzüge ihres Angebots erläutern können. Das kann je nach Produkt hohe wirtschaftliche Schäden verursachen, weil Umsätze und die Zahl der Kontakte, die sich nach der Messe erst anbahnen geringer ausfallen können.

Auch das Image des ausstellenden Unternehmens könnte leiden. Es wirkt altbacken und wenig innovativ, wenn es sich darauf beschränken muss, Flyer und Printwerbung auszuteilen.

Tipp: Verträge für Endgeräte können bei einigen Anbietern beinhalten, ganz unkompliziert Ersatzgeräte an jeden vertraglich festgelegten Bestimmungsort ausgeliefert zu bekommen. Auch sogenannte Messe- und Ausstellungsversicherungen lohnen sich für ausstellende Unternehmen, vor allem wenn sie an sehr großen Messen teilnehmen und auch global ausstellen. Letztere treten je nach Vertragsinhalt auch dann ein, wenn ein Gerät herunterfällt oder ein Interessent seinen Kaffee darüber ausgießt.

Was ist bei Diebstahl zu tun?

Sobald der Diebstahl bemerkt wurde, sollte das Sicherheitspersonal des Veranstalters gerufen werden. Es ist gut, wenn Standbetreuer die Daten des Geräts (Hersteller, Gerätenummer, Alter des Geräts usw.) kennen und direkt angeben können. Unter den Sicherheitsleuten wird die Information über den Diebstahl verbreitet, so dass diese auffällige Personen kontrollieren können.

Ab Windows 10 können nicht nur Tablets und Handys, sondern auch Laptops geortet werden. Hierfür muss die entsprechende Funktion aktiviert sein. Idealerweise ist diese standardmäßig aktiviert und auch nur durch den Admin zu konfigurieren. So kann über eine entsprechende Ortungsseite verfolgt werden, wo das Gerät sich aktuell befindet.

Gibt es Versicherungen gegen Diebstahl, sollten natürlich auch diese unverzüglich informiert werden. Sofern in den Verträgen ein Ersatzgerät vorgesehen ist, wird die Versicherung veranlassen, dass dies gebracht wird.

Üblicherweise haben Unternehmen ihr eigenes Regelwerk für solche Vorfälle, an die die Mitarbeiter sich halten müssen.

Polizeieinsätze vor Ort können angefordert werden, ob sie bei dem Menschenaufkommen jedoch viel bringen, kann bezweifelt werden. Eine Messe ist ein Ort mit vielen Menschen, das heißt die Spurenlage ist von Natur aus unübersichtlich. Zudem ist der Einsatz von Polizei am Stand zwar eine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, doch die wenigsten sehen in der Anwesenheit der Ordnungshüter positive Signale, so dass dies eher eine negative Publicity wäre.

 

Fazit: Eine Messe ist für Aussteller mit einem hohen finanziellen Einsatz verbunden. Messeteilnahmen sind teuer, Personal muss abgestellt werden und wenn dann auch noch Technik gestohlen wird, ist dies natürlich sehr ärgerlich. Je kleiner die Geräte sind, die bei Dieben Begehrlichkeiten wecken, desto mehr sollten sie gesichert sein. Tablets und Smartphones können in Taschen verwahrt werden, die eine Bedienung erlauben, aber beispielsweise das Gerät mit einer Kette an Kleidung oder Mobiliar fixieren. Tatsächlich sind Messen bevorzugte Events für Diebstahl, seit es Gewerbeausstellungen gibt. Oft geht es den Dieben nicht um die Endgeräte, die sind heute ja durchaus zu erschwinglichen Preisen zu haben. Die Daten sind begehrt, vor allem wenn es um innovative Erfindungen geht. Daher ist es umso wichtiger, die Daten noch besser zu schützen, als die Hardware und wenn möglich, keine sensiblen Daten auf Ausstellungsgeräten zu speichern. Für fast alle Aktionen an einem Endgerät können Kennwörter vergeben werden. Dies sollte unbedingt Anwendung finden. So könnte ein Herunterfahren eines Geräts verhindert und der Neustart eines nicht ordnungsgemäß ausgeschalteten Geräts komplett unterbunden werden. Das würde zumindest die Datensicherheit erhöhen.

Kategorie: Allgemein

Hinterlasse einen Kommentar